The Legend of the Dolarian Realm




Schon wieder führte das Dolarianische Reich einen Krieg gegen die eingedrungenen Skyrls. Echsenähnliche Wesen mit einem gedrungenen Körper, die sich durch ihre drei Beine schnell vorwärts bewegen konnten. Ihre schmalen knochigen Finger wirkten durch ihre langen Nägel wie Klauen. Die Augen weit auseinander stehend und sich in verschiedene Richtungen bewegend, nahmen sie jede Bewegung war. Emotionslos gingen sie gegen jeden vor der sich ihnen in den Weg stellte. Die Kämpfe dauerten jetzt fast zwei Monate, und es waren hohe Verluste zu beklagen, und diesmal nicht nur an Leben. Die Skyrls waren mit einigen Schiffen gekommen die über Planetenzerstörer verfügten. Diese Waffen waren erbarmungslos und grausam, da sie ganze Welten vernichten konnten. Niemand im Reich wusste warum die Echsenköpfe überhaupt angriffen, welches Ziel sie verfolgten. Wirklich niemand?

Im Palast des Königs auf Dolarian saß Ed-nir auf seinem Thron und ließ sich laufend die neuesten Meldungen vorlesen. Ein niederträchtiges, bösartiges Grinsen ließ sein Gesicht wie eine Fratze wirken. Schadenfroh rieb er sich die Hände.

„Endlich, bald wird das Reich mir gehören. Selbst Aru-na wird es nicht mehr gelingen mich zu stoppen.“

Ein junger Mann, dem Aussehen nach von etwa vierzehn Jahren, stand neben ihm, die Haltung war leicht angespannt, während seine dunklen Augen den alten Mann beobachteten.

„Warum tust du das eigentlich alles?“

„Mein Sohn, eines Tages wirst du mich verstehen. Aru-na hat mich zutiefst beleidigt als sie meinen Antrag ablehnte und dann diesen Wurm zum Bindungspartner nahm. Einen Sternenwanderer, einen Fremden der hier nichts zu suchen hatte. Die Priesterin hat sich mir verweigert und das ist ein nicht wieder gut zu machender Fehler gewesen. Wenn sie beseitigt ist, kann ich endlich die längst fällige Neuordnung der Macht im Reich vornehmen.“

„Ich weiß nicht.“ Zweifel schwangen in der jugendlichen Stimme mit. „Zumindest Le-ira ist doch sehr nett.“ Nach einem kurzen Zögern fuhr er fort, „und ich mag sie irgendwie.“

„Tan-tir, die Tochter der Priesterin, mag nett sein und genauso begehrenswert wie ihre Mutter, doch vergiss nie, sie ist der Schlüssel und sie muss vernichtet werden! Genauso wie Aru-na. Keiner der Beiden darf überleben und wenn ich das nicht schaffe, dann ist es deine Aufgabe mein Werk fortzusetzen. Du wirst sie entweder töten oder sie zu deiner Sklavin zu machen! Hast du das verstanden!“ Ein boshaftes Lachen begleitete seine sehr ernst gemeinten Worte.

 

„Ja, Vater.“ Tan-tir schien noch nicht restlos überzeugt, aber als er daran dachte, dass die anmutige Le-ira ihm eines Tages die Bindung verweigern könnte regte sich Zorn in Tan-tir, machte sich in seinen Gedanken breit und ließen ihn fortan nicht mehr los. „Was ist, wenn sie der Bindung freiwillig zustimmt?“ Fragte er dennoch vorsichtig.

„Du bist ein verdammter Träumer, niemals wird sie sich mit dir binden! Vertraue mir mein Sohn, dafür würde Aru-na oder Nen-ris, dieser Gestalt gewordener Wasserdämon, sorgen. Wir sind den Herrschaften nicht gut genug. Nein, wir werden uns mit Gewalt nehmen was uns bis jetzt versagt wurde!“ Er ballte die Hand zur Faust und schüttelte sie in Richtung des heiligen Planeten Se-tat.

Tan-tir schüttelte den Kopf, aber er gab seinem Vater im stillen Recht, wenn er nicht haben konnte was er wollte, dann würde er es sich eben nehmen.

„Kannst du deinem Verbündeten eigentlich trauen?“ Tan-tir musste seinem Vater diese Frage stellen, nachdem er einem der Skyrl begegnet war und es ich eiskalt den Rücken herunter gelaufen war. Ed-nir sah seinen Sohn zornig an.

„Das geht dich zwar nicht das Geringste an, aber wer weiß, ich sollte dir vielleicht doch mehr von unserem ‚Partner' erzählen.“ Er nahm seinen Sohn beiseite und klärte ihn über den größten Verrat auf, den das dolarianische Reich je erlebt hatte. Tan-tir war von den Verbindungen seines Vaters einerseits fasziniert, andererseits erschreckten sie ihn gleichzeitig. Er konnte spüren wie der Gedanke an allgegenwärtige Macht seinen Vater verzückte und musste sich eingestehen dass er diese Macht ebenso wollte.

Der Angriff auf den dritten Planeten des dolarianischen Reiches, Ker-gur, war in seine Endphase getreten. Der Kampf tobte erbittert. Immer wieder schlugen die Schüsse der Raumschiffe in die bereits bis zum äußersten belastete Erdkruste ein. Bereits jetzt lösten sich die Erdbeben binnen Sekunden ab, als wären die Bodenkämpfe nicht schon schwer genug.

Der Lärm der nächsten Detonation dröhnte durch die Reihen der Ker-gurer. Selbst im Palast herrschte Aufruhr.

 


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